In einem festlichen Gottesdienst wurde Ende Oktober Polizeipfarrer Axel Kullik (64) in der Bloherfelder Kirche in Oldenburg durch Bischof Thomas Adomeit in den wohlverdienten Ruhestand versetzt. Die Beliebtheit des außergewöhnlichen Seelsorgers wurde schon eine Stunde vor Gottesdienstbeginn deutlich, als die Bereitschaftspolizei in Oldenburg vor Gottes- und Gemeindehaus in großer Anzahl Spalier für „ihren“ Seelsorger stand, um ihm (und seiner Ehefrau) einen gebührenden Empfang zu bereiten.
Der nachfolgende Gottesdienst, zu dem die Leiterin des Seelsorge-Referats der Oldenburgischen Kirche, Tanja Bödeker wie auch Bischof Thomas Adomeit im Namen der Könföderation evangelischer. Kirchen in Niedersachen eingeladen hatten, in dem aber auch zahlreiche Polizisten wie auch Kollegen mitwirkten, stand diesem sichtbaren Lob und Dank in keinster Weise nach, im Gegenteil.
Bischof Thomas Adomeit zeichnete in seiner Ansprache den ungewöhnlichen Lebensweg eines Geistlichen nach, der, aus katholischer Tradition kommend, über erste berufliche Erfahrungen in der Seefahrt dann über das Theologiestudium ins evangelische Gemeindepfarramt in Schortens und den Aufbau der dortigen Notfallseelsorge führte. Bis dann, vor 16 Jahre der nächste berufliche Schritt hin zum Kirchlichen Dienst in Polizei und Zoll geführt hat. Und der in diesen 16 Jahren so mannigfaltig gewirkt und vieles bewegt hat.
Kullik selbst ging in seiner Predigt über Ps 90.12 ("Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden") auf die Gemeinsamkeiten wie auch die Unterschiede zwischen den beiden Organisationen Kirche und Polizei ein. Zu einem gelingen Miteinander aller wollen beide ihren jeweiligen Beitrag leisten, fordern dabei ihre jeweiligen MitarbeiterInnen in den Grenzsituationen des Lebens mannigfach heraus, und das jeden Tag aufs Neue. Was immer auch an Belastungsgrenzen und nicht selten darüber hinaus fordert. Das Hinzulernen, biblisch gesprochen: das Klugwerden, sei ein Prozess lebenslangen Lernens an den jeweiligen Schnittstellen und Herausforderungen des Lebens, das nie zu einem Abschluss kommt.
Hierbei wie auch im an den Gottesdienst anschließenden Grußwort von Polizeipräsident Andreas Sagehorn wurden die besonderen Merkmale Kulliks gewürdigt: Er war ein Seelsorger, der zuhören konnte und sich seinem jeweiligen Gegenüber ganz und gar widmete. Gern auch mit einem Brief oder einer Botschaft nach einem Gespräch. Dabei verstand er es, Tiefgang und seinen Humor miteinander zu verbinden, Lesefrüchte aus Kunst und Literatur zu verbinden und sich mit seiner mitunter unkonventionellen Art jedwedem Schema zu entziehen. Sagehorn zeichnete die Begegnungen mit Kullik in der Form eines poetry slams nach.
Nach dem Gottesdienst war beim Empfang im Gemeindehaus noch ausreichend Zeit für Begegnungen und Gespräche, bevor man sich von Axel Kullik verabschieden und ihm alles Gute für den Ruhestand wünschen konnte.
Andreas Dreyer (KDPZ)