Gedenktag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen vor 81 Jahren

Nachricht 20. April 2026
Gedenkstätte Bergen Belsen. epd-Bild: Jens Schulze.

Vor 81 Jahren haben britische Truppen die überlebenden Gefangenen des Konzentrationslagers Bergen-Belsen aus der Herrschaft der Nationalsozialisten befreit. Mehr als 120.000 Menschen hatten bis dahin an diesem Ort unter den unmenschlichen Bedingungen ihrer Gefangenschaft gelitten. Mindestens 52.000 Kinder, Frauen und Männer verloren im Lager oder infolge von Hunger und Folter ihr Leben. Die Gedenkstätte Bergen-Belsen widmet sich der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus am Ort Bergen-Belsen. Hier fand am 19. April der Gedenktag zur Befreiung des Lagers statt. Die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen ist Mitglied im Beirat der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten und war deshalb bei diesem Gedenken auch vertreten.

Die Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, KultusministerinJulia Willie Hamburg erklärte dazu:

„Bergen Belsen steht bis heute exemplarisch für die Verbrechen des Nationalsozialismus und für das vollständige Versagen von Menschlichkeit, Recht und Rechtsstaatlichkeit. Dieser Ort macht unmissverständlich deutlich, wohin Ausgrenzung, Entrechtung, Entmenschlichung und Hass führen, wenn sie zur Grundlage staatlichen Handelns werden. Das Gedenken an die Befreiung der Menschen im Konzentrationslager Bergen Belsen vor 81 Jahren ist für mich untrennbar mit tiefer Trauer und mit Verantwortung verbunden – für unser Handeln heute und in Zukunft. 

Überlebende haben über Jahrzehnte hinweg Zeugnis abgelegt und unser Verständnis dieser schrecklichen Geschehnisse geprägt. Mit dem Verstummen ihrer Stimmen wächst unsere Pflicht, Erinnerung aktiv weiterzutragen und in unserer gemeinsamen Verantwortung nicht nachzulassen. Denn diese Verantwortung ist heute von bedrängender Aktualität. Antisemitismus, Antiziganismus, rassistische Gewalt sowie demokratiefeindliche und offen nationalsozialistische Ideologien sind keine Phänomene der Vergangenheit. Sie stellen unsere demokratischen Grundwerte erneut infrage. Ihnen entschieden entgegenzutreten ist Aufgabe des Staates und Verpflichtung für die Gesellschaft.

Die Geschichte von Bergen Belsen mahnt uns, Freiheit, Menschenwürde und Demokratie niemals als selbstverständlich zu begreifen. Demokratie lebt vom Hinschauen, vom Widersprechen und vom Einsatz für die Würde und die gleichen Rechte aller Menschen. Gedenkstätten wie Bergen Belsen sind dafür unverzichtbar. ‚Nie wieder‘ darf kein Versprechen bleiben – es muss gelebte Realität sein.“

Mit Material aus der Presseinformation des Niedersächsischen Kultusministeriums

Weitere Informationen

Das ausführliche Programm des Gedenktags am 19.04.2026 in der Gedenkstätte Bergen-Belsen finden Sie hier.