Hannover (epd). Der niedersächsische Landesbeauftragte gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens, Gerhard Wegner, hat einen Überblick über die Projekte des Landes gegen Antisemitismus vorgelegt. Die Liste umfasse 40 Einträge und bilde damit die Vielfalt der Aktivitäten des Landes ab, teilte das Landesjustizministerium in Hannover mit. Sie sei durch den regelmäßigen Austausch zwischen Wegner und seinen Ansprechpersonen in sämtlichen Ressorts entstanden. Zukünftig soll der Stand regelmäßig aktualisiert werden, um einen umfassenden Überblick zu ermöglichen.
In der Liste erfasst sind Projektförderungen wie die der „Recherche und Informationsstelle Antisemitismus Niedersachsen“ (Rias Niedersachsen) oder die der Antisemitismusprävention der Erwachsenenbildung (Anne). An den Hochschulen in Niedersachsen wird Antisemitismus laut Aktivitätenbericht regelmäßig in Lehrveranstaltungen und Vorträgen thematisiert. Zudem ermögliche das Projekt „Zertifikat Antisemitismuskritische Bildung in Niedersachsen im Kontext Schule“ (Zabin) landesweit die Ausbildung von Lehramtsstudierenden in der Antisemitismusprävention. Sogenannte Demokratiepatinnen und -paten der Polizei würden zu modernen Erscheinungsformen des Antisemitismus sensibilisiert.
Von Prävention bis zu konkretem Schutz
Eine neue Errungenschaft sei die an der Landeszentrale für politische Bildung eingerichtete „Zentrale Anlaufstelle zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus an niedersächsischen Hochschulen“ (Zan), hieß es weiter. Ergänzt würden viele Initiativen durch die Förderrichtlinie „Teilhabe und Zusammenhalt“, die gezielt lokale Projekte zur Stärkung des gesellschaftlichen Miteinanders unterstützt. Weitere Initiativen reichten von der Prävention bis zum konkreten Schutz jüdischer Einrichtungen durch Polizei und Sicherheitsbehörden.
epd Niedersachsen-Bremen