Antisemitismus

"Zusammen gegen Antisemitismus" - Gütesiegel für Antisemitismusprävention und -intervention an kirchlichen Schulen.

Ökumenisches Gütesiegel „Zusammen gegen Antisemitismus“

Wer eine demokratische Gesellschaft auch in Zukunft will, muss jetzt Antisemitismus in der Schule bekämpfen. Daher haben die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und die Schulstiftung im Bistum Osnabrück 2021 ein Gütesiegel ins Leben gerufen, mit dem Schulen ausweisen können, dass sie Prävention und Intervention gegen Antisemitismus zu einem wesentlichen Aspekt ihres Schulprofils gemacht haben. Antisemitisches Denken, Reden und Handeln ist in allen Schulen präsent. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender antisemitischer Vorfälle in unserer Gesellschaft ist es Aufgabe von Schule, sich dieser Herausforderung zu stellen. Aufgrund der einzigartigen Beziehung des Christentums zum Judentum sind kirchliche Schulen besonders gefordert und prädestiniert, jungen Menschen aufzuzeigen, dass ein religiöses Bekenntnis zum einen Gott der drei abrahamischen Religionen mit Antisemitismus unvereinbar ist. Zudem sensibilisiert das Verstehen von Erscheinungsformen und Begründungsmustern des Antisemitismus zugleich für jegliche religiöse Diskriminierung.

Mit den Kriterien für dieses Gütesiegel, an deren Entwicklung auch der Zentralrat der Juden in Deutschland mitgewirkt hat, soll folgendes erreicht werden: 

  • diskriminierungsfreien Schulbesuch für jüdische Schüler*innen und Mitarbeitende ermöglichen 
  • für antisemitische Worte und Taten und deren Wahrnehmung sensibilisieren 
  • die Geschichte des Judentums in Deutschland kennenlernen und durch Teilnahme Elemente von Gedenkkultur an die Shoah erleben
  • jüdischen Menschen, Institutionen und zeitgenössischer lebendiger religiöser Praxis zu begegnen 
  • in allen Unterrichtsfächern antisemitische Inhalte kritisch zu thematisieren
  • eine Schulkultur mit einer positiven Haltung zu religiöser Verschiedenheit zu entwickeln

Neun kirchliche Schulen haben den aufwändigen Zertifizierungsprozess bereits erfolgreich durchlaufen, weitere befinden sich im Bewerbungsprozess.

Der Jury des Gütesiegels gehören an:

  • Dr. Carina Branković, Universität Oldenburg
  • Dorothea Otte, Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen
  • Prof. Dr. Clauß Peter Sajak, Universität Münster
  • Mascha Schmerling, Zentralrat der Juden 
  • Prof. Dr. Bernd Schröder, Universität Göttingen
  • Dr. Winfried Verburg, Osnabrück (Geschäftsführer) 
  • Schulrat i. K. Matthias Wocken, Schulstiftung im Bistum Osnabrück
  • Prof. Dr. Jan Woppowa, Universität Osnabrück

Beratend: 

  • Vyacheslav Yosef Dobrovych, Lehrer für jüdischen Religionsunterricht bei der Schulstiftung im Bistum Osnabrück
"Gütesiegel soll Antisemitismus-Prävention an Schulen belohnen" (Bericht aus dem Jahr 2021 über die Anfänge der Initiative)

Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz kirchlichen Lebens

Die Konföderation arbeitet eng mit dem Niedersächsischen Landesbeauftragten gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens zusammen. Dessen vorrangige Aufgabe ist das Eintreten für den Schutz und den Erhalt jüdischen Lebens in Niedersachsen. Beauftragter ist seit 2023 Prof. Dr. Gerhard Wegner.

Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz kirchlichen Lebens