Im Zusammenhang mit dem „Welttag der Suizidprävention“, der im September begangen wurde, will die oldenburgische Kirche mit einem Gottesdienst am Freitag, 9. Oktober, in der Bloherfelder Kirche in Oldenburg auf das Thema Suizidprävention aufmerksam machen. In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen durch Suizid — mehr als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen. Der „Welttag der Suizidprävention“ am 10. September hat deutlich gemacht, dass Suizidalität ein gesellschaftliches Thema ist, das viele Menschen, Familien, Institutionen, Kommunen und soziale Zusammenhänge betrifft.
In allen Altersgruppen sind es erheblich mehr Männer als Frauen, die sich das Leben nehmen, die Zahl der Suizidversuche ist um ein Vielfaches höher. So gibt es in Deutschland weit über 100.000 Suizidversuche im Jahr. Von jedem Suizid und Suizidversuch sind mehr als zehn An- und Zugehörige betroffen. Weltweit sterben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich etwa 720.000 Menschen durch Suizid.
Suizide sind vermeidbar. Menschen mit Suizidgedanken möchten nicht unbedingt sterben. Vielmehr wollen sie unter den gegebenen – oder von ihnen so erlebten – Umständen nicht mehr weiterleben. Sie können Menschen in suizidalen Krisen unterstützen.
Gedenkgottesdienst für Angehörige um Suizid am 9. Oktober
Am Freitag, 9. Oktober, findet um 18 Uhr ein Gedenkgottesdienst für Angehörige um Suizid in der Bloherfelder Kirche in Oldenburg statt (Bloherfelder Str. 170) statt. Thema: „Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust“. Er wendet sich an alle Menschen, die mit diesem Thema auf irgendeine Weise in Berührung sind und/ oder jemanden durch Suizid verloren haben.
Der Gottesdienst wird gestaltet von Antke Wollersen, Pastoralreferentin und Leiterin der Telefonseelsorge Oldenburg, Pfarrer Holger de Buhr aus der Karl Jaspers-Klinik und Diakoniepfarrerin Christine Oppermann. Weiterhin wirken Nicole Gorris-Vollmer und Ronald Poelman in der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes mit.
Reden hilft
Über Suizid und Suizidgedanken zu sprechen, ist sehr hilfreich. Ein Gespräch kann sehr entlastend wirken. Viele Betroffenen berichten, dass der Leidensdruck abnimmt, die Suizidgedanken weniger stark und häufig werden, besser geschlafen wird und wieder mehr Hoffnung entsteht, wenn über ihre Suizidgedanken sprechen können. Gespräche sind gut, weil es einfach gut tut, wenn jemand zuhört, und weil man beim Sprechen seine Gedanken ordnen kann. Und man fühlt sich nicht mehr so allein mit seinen Gedanken. Gespräche können Suizide vermeiden.
Pressemeldung der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg