Havariekommando und TUI Cruises üben medizinischen Großeinsatz auf Kreuzfahrtschiff

Nachricht 14. Oktober 2026

50 Einsatzkräfte trainieren in Bremerhaven die Versorgung von Verletzten und die Zusammenarbeit im Ernstfall

Pastor Marcus Christ im PSNV-Einsatz des Havariekommandos auf dem Kreuzfahrtschiff MEIN SCHIFF 3. Foto: Havariekommando

Wie arbeiten Schiffsbesatzung, Feuerwehr, Polizei und weitere Einsatzkräfte zusammen, wenn auf einem Kreuzfahrtschiff zahlreiche Verletzte versorgt werden müssen? Genau das haben das Havariekommando und TUI Cruises am Sonntag auf der MEIN SCHIFF 3 in Bremerhaven trainiert. Rund 50 Einsatzkräfte waren an der Übung beteiligt.

TUI Cruises und das Havariekommando organisierten die Übung bereits zum dritten Mal gemeinsam. Als Übungsort diente die MEIN SCHIFF 3, die währenddessen mit Gästen an Bord am Kreuzfahrtterminal Bremerhaven lag. Die Gäste waren vorab über die Übung informiert; der reguläre Bordbetrieb konnte währenddessen fortgeführt werde.

Ausgangspunkt des Szenarios war eine zunächst unklare Lage mit Verletzten an Bord der MEIN SCHIFF 3. Das Havariekommando alarmierte die Feuerwehren aus Cuxhaven und Wilhelmshaven. Spezialisierte Feuerwehreinheiten erreichten das Schiff und übernahmen die Versorgung der Verletzten. Auch verschiedene Polizeibehörden waren beteiligt. Die Übung bot Gelegenheit, das Zusammenspiel von Feuerwehr und Polizei über Organisations- und Ländergrenzen hinweg zu trainieren und die Abläufe für die Versorgung einer großen Zahl von Verletzten zu überprüfen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Übung war die maritime Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV). Fachberaterinnen und Fachberater der Deutschen Seemannsmission und weiterer Organisationen der maritimen PSNV betreuten Betroffene sowohl an Bord als auch am Passagierterminal. Damit wurde neben der medizinischen Versorgung auch die psychosoziale Unterstützung in einer größeren Notlage mit einer potenziell großen Zahl betroffener Menschen trainiert. 
 
TUI Cruises und das Havariekommando sind sehr zufrieden mit dem Übungsverlauf:
„Auf einem Kreuzfahrtschiff müssen im Notfall viele Abläufe ineinandergreifen: von den Maßnahmen der Besatzung bis zur Unterstützung durch externe Einsatzkräfte. Solche Übungen helfen uns, die Zusammenarbeit unter realistischen Bedingungen zu trainieren und Abläufe zu überprüfen. Dass wir diese Übung bereits zum dritten Mal gemeinsam mit dem Havariekommando durchführen konnten, ist für uns besonders wertvoll“, sagt Christian Lerche, Director Fleet Operations & Health bei TUI Cruises.

Sören Makel, stellvertretender Leiter Havariekommando erklärt: „Diese Schnittstellenübung hat wieder gezeigt, wie wichtig es ist, Szenarien regelmäßig gemeinsam zu trainieren. Unser Dank gilt allen beteiligten Partnerbehörden und TUI Cruises, die diese Übung durch die Bereitstellung der MEIN SCHIFF 3 ermöglicht haben. Wenn an Bord eines Kreuzfahrtschiffes viele Menschen gleichzeitig Hilfe benötigen, müssen medizinische Versorgung, psychosoziale Betreuung und die Unterstützung von außen Hand in Hand gehen.“

Pressemitteilung des Havariekommandos

Psychosoziale Notfallversorgung beim Großeinsatz

Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) bezeichnet die Aktionen und Vorkehrungen, die getroffen werden, um bei Katastrophen oder Großeinsätzen (Großschadenslagen und Großsanitätsdiensten) Einsatzkräften und notfallbetroffenen Personen (also Patienten, Angehörigen, Hinterbliebenen, Augenzeugen und Ersthelfern) im Bereich der psychosozialen Be- und Verarbeitung von Notfällen zu helfen. Beim Großeinsatz des Havariekommandos auf MEIN SCHIFF 3 war Pastor Marcus Christ (Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen) für die PSNV aktiv.

Pastor Christ berichtet über sein Engagement im Havariekommando