Kirchen in Niedersachsen geben Mitgliederzahlen bekannt

Nachricht 17. März 2026
Menschen beim Gottesdienst. Foto: Wiebke Ostermeier/EMA

Hannover/Osnabrück. Die Mitgliederzahlen in der evangelischen und katholischen Kirche in Niedersachsen und Bremen gehen weiter zurück. Den sechs evangelischen Landeskirchen und drei katholischen Bistümern gehörten zum Stichtag 31. Dezember 2025 in beiden Bundesländern insgesamt noch rund 4,09 Millionen Menschen an, wie die Kirchen mitteilten. Darunter sind 3,03 Millionen Protestanten und 1,21 Millionen Katholiken. Damit haben die beiden großen Kirchen gegenüber dem Vorjahr rund 130.000 Menschen verloren. Verantwortlich dafür waren vor allem Austritte und Sterbefälle.

Die größte der fünf niedersächsischen Landeskirchen, die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, verlor rund 67.000 Mitglieder. Ihr gehören jetzt noch 2,09 Millionen Menschen an. Trotz der Verluste bleibt sie die mitgliederstärkste deutsche Landeskirche, knapp vor der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der hannoverschen Landeskirche sind rund 1.200 Gemeinden zwischen dem Landkreis Göttingen und der Nordsee angegliedert.

Mitgliederverluste von rund drei Prozent

Die Mitgliederzahl in der oldenburgischen Kirche sank um 11.700 auf rund 337.800, die der Landeskirche Braunschweig um rund 10.000 auf 264.300 und die der Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer um rund 4.100 auf etwa 146.000 Menschen. Die Landeskirche Schaumburg-Lippe mit Sitz in Bückeburg hatte nach einer Statistik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Ende 2024 rund 43.000 Mitglieder. Quer durch die evangelischen Landeskirchen lag der Mitgliederverlust in Niedersachsen im vergangenen Jahr zwischen 2,7 und 3,7 Prozent. Im Bundesschnitt waren es 3,2 Prozent. Bremen verzeichnete sogar eine Verlustquote von 4,3 Prozent.

Bei den Zahlen zu Austritten und Eintritten sowie Taufen und Sterbefällen gab es unterschiedliche Tendenzen: Oldenburg und Braunschweig meldeten leicht gesunkene Austrittszahlen, in Bremen stiegen sie dagegen. Braunschweig und Bremen verzeichneten mehr Taufen, Oldenburg dagegen weniger. In Oldenburg stieg gegenüber dem Vorjahr auch die Zahl der Eintritte. Insgesamt konnten aber positive Tendenzen den Mitgliederverlust nicht auch nur annähernd wettmachen. In einigen Landeskirchen erreichte die Zahl der Austritte die der verstorbenen Kirchenmitglieder oder überschritt sie sogar.

Auch katholische Bistümer schrumpfen

Auch die katholischen Bistümer in Niedersachsen schrumpfen. Im Bistum Hildesheim sank die Mitgliederzahl um fast 15.000 Personen auf 493.000 Katholiken. Das Bistum Osnabrück verlor rund 11.000 Mitglieder, hier zählen derzeit rund 486.000 Menschen zur Kirche. Der Offizialatsbezirk Vechta des Bistums Münster verkleinerte sich um rund 5.000 Mitglieder auf jetzt 231.000 Katholiken.

epd Niedersachsen-Bremen